Das Puzzleum

BITTE NICHT ANFASSEN #4 – Das Puzzleum

SHOW NOTES

200 Gramm in den Händen von Robinson haben sein Leben verändert. Der professionelle Zauberer aus Bochum hat diesem Gegenstand ein eigenes Museum gewidmet: das Puzzleum. Es geht aber nicht nur um diesen einen Gegenstand, sondern um hunderte weitere Spielereien. Wir reden über einen ungarischen Exportschlager, zersägte Landkarten und den Untergang der Welt.  

Hilfreiche Links:

Foto von Robinson mit einem Rubikwürfel in der Hand: https://www.escucha.de/wp-content/uploads/Robinson_puzzleum.jpg  

Mehr zum Turm von Hanoi: https://de.wikipedia.org/wiki/T%C3%BCrme_von_Hanoi  

Weitere Infos zu Tangram: https://de.wikipedia.org/wiki/Tangram  

Weiterführender Link zum Ostomachion: https://de.wikipedia.org/wiki/Stomachion  

Diese Seite war hilfreich für die zeitliche Einordnung der Puzzles: https://www.siammandalay.com/blogs/puzzles/95858310-chronological-history-of-puzzles-a-timeline  

Infos zum Museum:  

Puzzleum 

Lothringer Straße 36C 

44805 Bochum 

https://www.puzzleum.de/

über BITTE NICHT ANFASSEN!:  

Woran denkst du beim Wort Museum? An weltberühmte Ausstellungsstücke wie Sarkophage ägyptischer Pharaonen, an Gemälde von Picasso oder an technische Erfindungen wie das Automobil? Denkst du an das Deutsche Museum in München, das Pergamon-Museum in Berlin oder an das Städel in Frankfurt? Wir – das sind Ralph Würschinger und Lukas Fleischmann – denken beim Wort Museum an etwas Anderes: an Milbenkäse, Mausefallen, an Flipper-Automaten, Nummernschilder oder auch an Gartenzwerge. Denn die schätzungsweise 7.000 Museen in Deutschland haben so viel mehr zu bieten als das Angebot der großen Häuser. 

 Mit „BITTE NICHT ANFASSEN – Museum mal anders“ begeben wir uns an kleine Orte, in Seitengassen großer Städte, um die kleinen und alternativen Ausstellungen zu finden, von denen du vermutlich noch nie gehört hast. 

Pro Monat erscheint eine Folge, für die einer von uns beiden ein besonderes Museum besucht und sich mit dem jeweils anderen darüber austauscht. Dabei kommen Museumsbetreiberinnen und -betreiber zu Wort, aber auch die Exponate an sich werden hörbar gemacht. 

Dieser Podcast ist für Museumsliebhaber, für Mitarbeiter aus dem Museumsbereich und für alle, die sich für Kunst, Kultur und Technik-Geschichte interessieren und skurrile Stories mögen. 

BITTE NICHT ANFASSEN! ist eine Produktion von Escucha – Kultur für’s Ohr. 

Mehr Infos auf https://www.escucha.de/bitte-nicht-anfassen/ 


 
Kontakt  
Instagram: escucha_audioidentity/  
E-Mail: info[at]escucha.de  

Podcast-Credits:  
  

Sprecher: Lukas Fleischmann, Ralph Würschinger  
Produktion: Escucha GbR  
Podcast-Grafik: Tobias Trauth https://www.instagram.com/don_t_obey/  
Intro/Outro: Patrizia Nath (Sprecherin) https://www.patrizianath.com/, Lukas Fleischmann (Musik)  

Wenn euch der Podcast gefällt, dann abonniert uns und empfehlt uns weiter. Welches Museum sollen wir unbedingt vorstellen? Schreibt uns eure Vorschläge! 

Transkript:

Ralph 

Hey, ich bin Ralph. 

Lukas 

Und ich bin Lukas. Und in diesem Podcast nehmen wir euch zu Museen aus ganz Deutschland und darüber hinaus mit.  

Aber es geht nicht um die großen, berühmten Museen, sondern um kleine, alternative, skurrile und manchmal auch ganz schön lustige Museen. 

Ralph 

Wir wollen wissen, was Menschen dazu bringt, Dinge zu sammeln und in ein Museum zu widmen. 

Lukas 

In jeder Folge stellt einer von uns, dem anderen und euch natürlich ein Museum vor, das er besucht hat. 

Ralph 

Und jetzt geht’s los. 

Intro 

Bitte nicht anfassen. Museum mal anders. Ein Podcast von Escucha. 

Lukas 

So, Ralph, worum geht es denn heute? 

Ralph 

In der heutigen Folge geht es um Zauberei. Um einen ungarischen Architekten und ach ja, ich erzähl dir noch, wann die Welt untergeht. 

Lukas 

Oh ja. Gut. Danke für die Andeutungen. 

Ralph 

Wäre ja gut zu wissen. 

Lukas 

Ja, das stimmt. Wobei sich die Weltuntergangs-Vorhersagen bislang noch nicht einmal wirklich bewahrheitet haben. 

Ralph 

Na ja, das zeigt sich ja erst, wenn es dann wirklich so weit ist. 

Lukas 

Also du könntest dir vorstellen, dass es bei dir jetzt anders ist. 

Ralph 

Durchaus möglich. 

Lukas 

Also gut, ich habe keine Ahnung. Worum es geht. 

Ralph 

Also, ich nehm dich heute mit ins Ruhrgebiet. Und zwar in die Stadt, in der Herbert Grönemeyer aufgewachsen ist. 

Lukas 

Bochum? 

Ralph 

Genau. Bochum und Bochum war ja früher ein sehr wichtiger Standort für den Abbau der Steinkohle.  

Es liegt ja mitten im Pott. Und das Ganze ist auch heute noch sichtbar im Stadtbild. Es gibt ganz viele Denkmäler, zum Beispiel dazu.  

Es gibt aber auch noch die Zechen, also die Bergwerke. Und ich war in so einem. 

Lukas 

Das heißt, es geht um Bergwerke und Kohle-Produktion? Das Deutsche Kohle-Museum in Bochum. 

Ralph 

Das ist alles ein bisschen komplizierter. Es ist ja so, ich war zwar in einer Zeche aber diese Zeche, die ist seit 50 Jahren stillgelegt  

und wird inzwischen auch ganz anders verwendet. Das ist inzwischen ein Kulturzentrum, das sogenannte Kulturmagazin Lothringen.  

Und darin findet sich eine Yoga Schule, aber auch verschiedene Ateliers und Theater und das Puzzleum. Hast du eine Ahnung, was es in diesem Puzzleum geben könnte? 

Lukas 

Der Name würde ja nahelegen, dass es sich um Puzzle handelt. 

Ralph 

So ist es auch. Es geht auch um Puzzles. Also Puzzleum ist eine Wortkombination aus Puzzle und Museum. Und ich persönlich dachte ja, als ich  

zum Ersten Mal von diesem Puzzleum gelesen hatte, dass es sich um diese Zusammensetzen und Puzzles handelt, wie man jetzt von Ravensburger zum Beispiel kennt. 

Lukas 

Also du meinst jetzt diese 3.000 € Puzzle, wo dann am Ende ein Wal drauf ist, der glitzert. Und das rahmt man sich dann ein und hängt es sich an die Wand. 

Ralph 

Das dachte ich. Aber es ist so, dass dieser Begriff Puzzle eigentlich viel weiter gefasst ist. Dieses Beispiel, was du jetzt gebracht hast  

mit dem Walfisch, das ist eigentlich nur ein Jigsaw-Puzzle. Das heißt so viel wie Laubsägen-Puzzle. Und das hat der Kartograph  

John Spilsby Mitte des 19. Jahrhunderts erfunden. Der hat Landkarten auf Holz Täfelchen drauf geklebt und dann mit der Laubsäge entlang der Ländergrenzen ausgesägt. 

Lukas 

Aha. 

Ralph 

Und das hat er dann für den Unterricht von Kindern verwendet. Kinder konnten so spielerisch lernen, wie die Welt aufgebaut ist. 

Lukas 

Das heißt, die ersten Puzzle waren zerschnittene Landkarten. 

Ralph 

Ja. 

Lukas 

Und die sind jetzt im Puzzleum ausgestellt. 

Ralph 

Die sind leider nicht im Puzzleum ausgestellt. Deswegen nur ein kurzer Exkurs. Im Puzzleum, da ist das ganz anders. Da hast du, wenn du reingehst, so Vitrinen und  

Regale und auf denen stehen dann so bunte Würfel zum Drehen. Aber es gibt auch aufeinander gestapelte Holzscheiben, miteinander verbundene Eisenringe, Nägel.  

Und so weiter, denn der Begriff Puzzle bedeutet eben viel mehr als nur diese ausgeschnittenen Laubsägen-Puzzle. 

Allgemein ist damit gemeint Geduldspiele oder Rätsel und Knobel Spiele. Ja und das Puzzleum, das ist eigentlich eine private Sammlung, die öffentlich gemacht  

wird als ein privates Museum. Und ich habe mich natürlich auch mit dem Besitzer davon getroffen, mit dem Robinson. Und der hat mir dann auch schnell erzählt,  

wie viele von diesen Stücken denn eigentlich ausgestellt sind, weil da waren so viele da. 

Ich konnte das überhaupt nicht einschätzen. 

Robinson 

Also meine Frau hat letztes Mal gezählt, die muss einmal, die darf einmal im Jahr putzen. Die Vitrinen. Und sie meinte, es sind jetzt also irgendwo knapp über 1100 Stück. 

Lukas 

Okay, das heißt, der Robinson hat 1100 verschiedene Geduldspiele aller möglichen Genres in seiner privaten Sammlung und das dann in einem Raum, was in diesem Kulturtreff ist. 

Ralph 

Genau das ist eine Sammlung, die über viele Jahre gewachsen ist, muss man sagen. Der hat das Puzzleum schon vor 20 Jahren eröffnet. Und vorher hatte der ja auch schon gesammelt.  

Das Puzzleum ist kein abgeschlossenes Museum in dem Sinn, sondern es befindet sich im Foyer eines Theaters, nämlich dem Theater von Robinson und seiner Frau Angelika. Die beiden sind nämlich Zauberer. 

Und obwohl die beiden schon in Rente sein könnten, machen sie noch regelmäßig Shows und in den Pausen oder auch vor und nach den Shows machen sie so kleine Führungen durch das  

Puzzleum. Aber auch unabhängig davon kann man das Museum besuchen. Los ging das natürlich, wie bei jeder Sammlung mit einem bestimmten Stück. Was das war? Das erzählt Robinson dann auch mal ganz kurz. 

Robinson 

Als ich angefangen habe zu zaubern. Ich bin von Beruf Zauberer, seit 1983 hauptberuflich und kurz vor Ende der 70er Jahre kam der Rubikwürfel raus. Den habe ich mir selbst besorgt.  

Irgendwo gab es dann Werbung in der Zeitung, Fernsehen. Das weiß ich nicht mehr genau. Und irgendwo hatten dann meine Freunde; hatte dann jeder ein. Das Tolle an dem Rubiksspiel  

ist ja, dass eigentlich, wenn man in der Hand hat, für jeden ersichtlich ist, was man damit machen soll. 

Lukas 

Okay, das heißt, das erste Ausstellungsstück war der Rubik Cube. 

Ralph 

Kennst du den? 

Lukas 

Ja, ich glaube, den kennt ja eigentlich so ziemlich jeder. Na also dieser Würfel mit den Seiten. Und das Ziel ist ja, dass man alle Farben so sortiert, dass alle Würfelseiten  

eine zusammenhängende Farbfläche ergeben. Ich glaube, die Farben sind so rot, blau, grün, gelb. Irgendwie so? Ja? 

Ralph 

Ja, insgesamt sechs Farben, weil es ein sechsseitiger Würfel ist. 

Lukas 

Ja, und ich weiß noch, dass mit solchen Sachen kann ich mich wahnsinnig machen. Weil ich nämlich glaube, ich bin für sowas der ungeduldige Mensch. 

Ralph 

Aber hast du es mal ausprobiert? 

Lukas 

Klar. Aber nie geschafft. Ich habe nur jetzt gelesen, dass es da so, dass der Weltrekord vom Lösen eines Würfels irgendwie ein paar Sekunden bloß ist. Und ich habe da mein Video gesehen.  

Ich finde es total faszinierend, wie die so schnell mit allen möglichen Fingern an den Würfelseiten drehen, dass man das Gefühl hat, die sind Maschinen. Es ist total wahnsinnig, was sie da machen. 

Ralph 

Die haben ja bei diesen Wettkämpfen auch nur eine begrenzte Zeit, um sich vorher mal die einzelnen Seiten anzugucken. Und dann müssen die ja eigentlich innerhalb weniger Sekunden  

schon wissen, wie machen sie es jetzt. Denn dann wird eben dieser Countdown gezählt drei, zwei, eins und dann geht es los mit dem Lösen. Und der Weltrekord, der liegt aktuell bei 4,22 Sekunden. 

Lukas 

Irre. Na also gut. Das heißt, das erste Ausstellungsstück war der Rubik Cube. 

Ralph 

Der Cube, der wurde auch erfunden, um das räumliche Denken zu verbessern. 

Lukas 

Wie Puzzle, die sozusagen als Geografie-Übung für Kinder entwickelt worden sind, wurde der Cube entwickelt, um das räumliche Denken von Kindern zu stärken, willst du das damit sagen? 

Ralph 

Besser gesagt von Studenten und Studentinnen. Denn es ist so, dass diese Rubik Würfel von einem ungarischen Bauingenieur und Architekten erfunden worden ist, nämlich von dem Erno Rubik.  

Daher auch der Name. Anfangs wurde der auch gar nicht Rubik Würfel genannt, sondern Zauberwürfel und der Erno Rubik, der war eben Professor an einer Universität in Budapest und hat gemerkt,  

dass seine Studentinnen so gar kein gutes räumliches Denkvermögen haben. 

Und dann kam der eben auf diese Idee mit dem Würfel. So ganz konkret lässt sich das leider gar nicht mehr nachverfolgen, wie er das gemacht hat. Es gibt aber auch noch eine andere Version,  

die besagt, dass der Rubik sich einfach allgemein mal Gedanken gemacht hat, wie kann er einen Mechanismus schaffen, wie es bei diesem Würfel mit den kleinen Mini Würfeln ist; ein Mechanismus,  

der sich verändern lässt oder unabhängig voneinander bewegen lässt, ohne dass der Würfel auseinanderfällt und dass der dann daraus eben diesen Rubik Würfel gemacht hat. 

Also wirklich als Geduldsspiel, das ist ihm erst später gekommen, als er ihn selber in die Ursprungslage zurückdrehen wollte. Das hat er nämlich gar nicht so leicht geschafft.  

Und dann kam der eben drauf. Okay, da kann man ja ein Spiel draus machen. 1975 hat er das patentieren lassen, hat dann auch eine Spielzeug Firma in Ungarn gefunden, die das vertrieben hat. 

Aber der wirkliche Durchbruch international, der kam dann erst 1979 und 1980 auf der Spielwarenmesse in Nürnberg. 

Lukas 

Okay. 

Ralph 

Und in den ersten Jahren dieses Rubik Würfel auf dem International Markt haben sich schätzungsweise 200 Millionen Exemplare verkauft. 

Lukas 

Boah, der muss dadurch steinreich geworden sein. 

Ralph 

Das weiß ich gar nicht welchen Deal der hatte mit der Spielzeug Firma. Aber für die Firma war es natürlich super und es war auch nicht das einzige Produkt, was Rubik dann rausgebracht hat.  

Der hat dann ganz andere Sachen auch noch gemacht. 

Lukas 

Also vom naturwissenschaftlichen Professor zum professionellen Game Designer geworden und hat dann aus mit Geduld- und Knobelspielen seinen wahrscheinlich sehr guten Lebensunterhalt verdient. 

Ralph 

Ja und er lebt ja auch immer noch. 

Lukas 

Der lebt noch? 

Ralph 

Ja, ja, der lebt noch. 

Lukas 

Okay, das heißt, Robinson ist dann so fasziniert von diesem Rubik Cube gewesen, dass er sich gedacht hat, er macht halt eine Sammlung von den Dingern? 

Ralph 

Ja, also Robinson war auf jeden Fall begeistert davon. Er hatte auch im ersten Ton schon erzählt, dass er Zauberer ist und er konnte dann diesen Rubik Würfel eben auch für seinen Beruf einsetzen. 

Robinson 

Es gibt einen Zaubertrick, da ist ein normaler Würfel, der hat eine Kantenlänge von zehn mal zehn Zentimetern, ist schwarz mit weißen Punkten und es gibt einen Kasten dazu, der hat vier Türen,  

zwei vorne, zwei hinten, man steckt den Würfel rein und der verschwindet da. Und dann habe ich die Punkte eben abgemacht von dem Würfel, hab die Farben vom Würfel draus gemacht  

und ich dann gesagt, ich kann den zwar nicht lösen, aber dafür kann ich ihn verschwinden lassen. 

Also das war schon mal eine Kombination aus aus Zaubern und Rubik Würfel so. 

Lukas 

Das heißt, er hat sich sozusagen von dem System inspirieren lassen. Hat er dir den Zaubertrick mal vorgeführt? 

Ralph 

Ne, aber er hat mir seine Sammlung vorgeführt und die ist wirklich sehr umfangreich also gerade was diese Rubik Würfel betrifft, weil da ist im Jahr 2011 das Patent ausgelaufen und da  

konnten natürlich alle möglichen Firmen das jetzt benutzen und auch für Werbezwecke in Cornflakes Packungen oder so gab es dann kleine Abarten von Rubik Würfeln oder als Schlüsselanhänger.  

Und so weiter. Und das macht eben in seiner Sammlung einen Großteil aus. 

Es gibt dann so thematische Würfel, die aussehen wie Star Wars Figuren zum Beispiel oder Helden aus dem Marvel Universum. Oder es gibt runde Würfel oder Würfel mit viel mehr  

kleinen Würfeln als Original und auch in ganz unterschiedlichen Farben. Aber im Puzzleum, da erfährt man auch noch was über die Geschichte der Spiele. Der Rubik Würfel, der ist natürlich relativ neu. 

Die Jigsaw Puzzles, die ich anfangs kurz erwähnt habe, die sind im 19 Jahrhundert aufgetaucht, und im 19 Jahrhundert da gab es dann auch noch andere Geduldsspiele.  

Da gab es einen regelrechten Boom darauf. Und eines dieser Geduldspiele ist zum Beispiel der Turm von Hanoi. Der ist natürlich auch in der Sammlung von Robinson  

und der erklärte hier kurz mal, worum es beim Turm von Hanoi geht. 

Robinson 

Da sind drei Stäbe, auf einem sind Scheiben drauf, die immer kleiner werden und man muss die umsortieren auf den anderen Stab. Es darf aber immer nur eine kleine Scheibe  

auf einer großen drauflegen. Im Handel sind solche Sachen mit acht oder zehn Scheiben. Die Geschichte dazu ist, dass irgendwo im Himalaya ein Kloster ist.  

Da gibt es 64 goldene Scheiben und diese acht oder zehn Scheiben kriegt man in zehn Minuten hin. 

Bei 20 Scheiben sind es schon zwei Tage und bei den 64 goldenen Scheiben, bis die geordnet sind, ist das Ende der Welt da, so die Geschichte. 

Lukas 

Ah jetzt sind wir auch beim Weltuntergangs-Thema. Wie weit sind Sie denn jetzt schon da im Himalaya, weißt du das noch? 

Ralph 

Nicht weit, denn jemand hat es auch ausgerechnet, wie lange es dauert, wenn man pro Sekunde eine Scheibe wechseln würde und den schnellsten Weg wählen würde, dann wird es 500 Milliarden Jahre dauern. 

Lukas 

Echt jetzt? Also es ist ja quasi unmöglich. 

Ralph 

Na ja, es ist eine lange Zeit bis dahin. Sagen wir mal so. 

Lukas 

Wenn das sozusagen das Kriterium ist für den Weltuntergang, dann würde ich sogar sagen, das kann stimmen. Ja, ich glaube, so lang scheint ja nicht mal mehr die Sonne.  

Also von daher, da ist die Welt save untergegangen. Okay, verstehe. Ich glaube aber, das habe ich schon mal gespielt. Und als Kinderspiel kenne ich das,  

dass du diese drei Holzstäbchen hast und dann hast du so Holzscheiben und die musste dann so sortieren. 

Aber ich wusste gar nicht, dass es Turm von Hanoi heißt. 

Ralph 

Dieses Geduldsspiel – Türme von Hanoi das ist erfunden worden von einem Mathematiker. Also der wusste schon ganz genau, dass das sehr lange dauert, je mehr Ringe man hat.  

Und das war ein Franzose, der einen, wie du wahrscheinlich finden wirst dass er einen sehr charmanten Namen trägt, nämlich Francois Eduard Lucas. Und im selben Jahrhundert  

gab es dann noch ein anderes populäres Geduldsspiel Tangram. 

Hast du davon schon mal gehört? 

Lukas 

Nee, noch nie. 

Ralph 

Also Tangram ist ein Legespiel mit sieben unterschiedlich großen und unterschiedlich geformten Holz Plättchen. Also ein bisschen wie ein Puzzle, nur dass  

die einzelnen Plättchen entweder aus Dreiecken bestehen, oder aus einem Parallelogramm oder aus einem Quadrat. Und am Anfang sind die so zusammengesetzt, dass  

das ein Quadrat ergibt, ein großes. Und das Ziel dieses Spiels ist es, mit diesen Plättchen Figuren zu legen, also Tiere oder Menschen oder auch Gegenstände; und deutlich älter als dieses Spiel. 

aber wahrscheinlich als Vorbild auch gedacht war das Ostomachion oder Stomachion von Archimedes. 

Lukas 

Also altes Griechenland. 

Ralph 

Sind wir in der Antike. Und dieses Geduldsspiel besteht eben auch aus verschiedenen Plättchen. Aber es sind nicht sieben, sondern 14, und die bestehen eben auch aus Dreiecken.  

Und aus Vierecken in ganz unterschiedlichen Formen und Größen. Das Spielziel hier ist ein anderes. Man muss nämlich nicht verschiedene Figuren legen,  

sondern nur eine Figur nämlich wieder ein Quadrat, in dem das auch zusammengesetzt ist am Anfang und um so ein Quadrat zu legen, da gibt es nicht nur eine Möglichkeit, sondern insgesamt 536. 

Lukas 

Und auch das ist bei Robinson in der Sammlung? 

Ralph 

Auch dass es bei Robinson in der Sammlung ja. 

Und wenn wir noch weiter zurückgehen in der Zeit der Geduldspiele, dann stoßen wir auch irgendwann auf Rätsel. Die sind wahrscheinlich auch sehr, sehr alt. In der Antike da gab es  

ja so ein ganz, ganz bekanntes Rätsel. Ich weiß nicht, ob du das kennst, das Rätsel der Sphinx, das ist ja dieses mythologische Wesen, das halb Löwe, halb Mensch ist. 

Lukas 

Ah, ich habe davon mal gehört. Ich glaube, wenn du das Rätsel nicht lösen kannst, dann tötet dich die Sphinx zumindest nicht. In alten Überlieferungen war es so. 

Lukas 

Das war so, dass die Sphinx damals vor langer, langer Zeit die Stadt Theben belagert hatte. Und die wollte dann auch nicht weggehen, bis jemand dieses Rätsel löst.  

Und dann kam eines Tages eben der Ödipus der ist ja auch so ein tragischer Held der Antike. Da gibt es ja diesen Ödipuskomplex, weil er seinen Vater ja dann erschlagen hat und seine Mutter geheiratet hat. 

Und der konnte das eben lösen. Und vielleicht kannst du das Rätsel ja auch lösen, wenn ich dich jetzt mal danach frage.  

Das Rätsel lautet, welches Wesen geht morgens auf vier, mittags auf zwei und abends auf drei Beinen? 

Lukas 

Das kenn ich schon das Rätsel. Aber ich wusste nicht, dass es das Rätsel der Sphinx ist. Das ist der Mensch, der na ja, morgens, also quasi als Baby krabbelt,  

dann mittags steht, weil er auf zwei Beinen steht und abends auf drei, weil er dann den Krückstock hat oder den Gehstock hat, wenn er ein alter Mensch ist. 

Ralph 

Na also, du hättest auch Theben gerettet. Und wenn wir noch weiter zurückgehen in der Zeit, und zwar bei 2300 vor Christus, dann haben wir es da mit einem Geduldsspiel zu tun,  

das sehr populär war in der Gegend um Griechenland, aber auch um Ägypten rum, nämlich Labyrinthe. Das waren gezeichnete Labyrinthe, und die Aufgabe war es, den richtigen Weg raus aus dem Labyrinth zu finden. 

Das gibt es ja heute auch noch, das gibt es ja oftmals in Zeitungen oder auch für Kinder in irgendwelchen Zeitschriften,  

die dann mit dem Stift eben den Weg aus dem Labyrinth heraus zeichnen. Also du siehst, es gibt ganz viele unterschiedliche Puzzles und die sind auch wirklich sehr,  

sehr alt und haben sich auch lange gehalten, muss man sagen. Robinson hat eben eine ganz, ganz große Auswahl. 

Davon hat er ganz viel angesammelt in seinen jüngeren Zauberjahren und irgendwann war zu Hause kein Platz mehr. Und dann musste er umdenken. 

Robinson 

Ja, meine Intention ist einfach gewesen, dass ich dann so viele Sachen hatte und gemerkt habe, dass es viele Leute gibt, die sich dafür interessieren, dass ich mir gedacht habe,  

ich kann das auch mit der Allgemeinheit teilen. 

Lukas 

Okay, es ist dann aus seiner Faszination der Wunsch entwachsen, dass das andere dann auch teilen können, sozusagen. 

Ralph 

Also es kann jeder in das Puzzleum kommen, jederzeit, aber nach Absprache, was eben privat ist. Und er ist ja mit seiner Frau die einzige Ansprechperson.  

Das ist also geöffnet vor allem für Schulklassen, sehr beliebt, aber auch alt und jung und natürlich auch viele Gäste kommen da rein, die ja sowieso die Zaubershow besuchen. 

Lukas 

Wie ist das jetzt im digitalen Zeitalter? Ich meine, es gibt doch bestimmt auch Computerspiele, die irgendwie Geduldspiele sind. Widmet sich der Robinson auch dieser Gattung? 

Ralph 

Nein, dieser Gattung widmet er sich nicht. Also wir haben hier wirklich nur haptische Geduldspiele wie jetzt Rubik Würfel oder Tangram und so. 

Lukas 

Da hast du auch mal welche ausprobiert? 

Ralph 

Ja, ich habe zum Beispiel den Rubik Würfel angedreht, sage ich mal aber da bin ich chancenlos. Ich habe das früher auch schon mal versucht und musste dann irgendwann aufgeben.  

Und da war ich jetzt auch keine fünf Stunden oder selbst dann hätte ich es wahrscheinlich nicht lösen können. Aber was es dort noch gab ein Geduldsspiel, das Robinson selbst gebaut hat. 

Da hat man es mit einem Holzkreuz zu tun, das aus zwei Balken besteht und in der Mitte befindet sich ein ein metallener Knopf. Und Ziel dieses Geduldsspiel ist es,  

die Balken auseinander zu bringen. Und ich habe dran gezogen. Und so weiter. Und es ging alles nicht. 

Lukas 

Hat er dir gezeigt, wie es geht? 

Ralph 

Ja, ja, das hat er mir gezeigt. Das war auch so ein Aha Moment, der ganz cool war. In dem Sinn, dass ich dann gecheckt habe Ja, so geht das, dass ich da nicht drauf gekommen bin,  

aber gleichzeitig so ein Aha Moment, wo du denkst Mann, bist du doof. 

Lukas 

Wie gingst du dann? 

Ralph 

Okay, Spoiler Alert hier. Also dieser Knopf war nicht umsonst dran, sondern man muss dann dieses Kreuz umdrehen, so dass der Knopf unten liegt. Der schaut ein bisschen raus aus diesem  

Balken und dann dreht man das Kreuz und durch die Zentrifugalkraft die Kraft, die dann durch die Drehung nach außen wirkt, bewegen sich so Stifte, die sich in diesen Balken bewegen,  

nach außen und dann kann man einen Balken herausheben. 

Vorher sind diese Stifte sonst eben so verzahnt, dass das nicht möglich ist. 

Lukas 

Ich glaube, wir packen einfach mal ein Bild von diesem Geduldsspiel in die Show Notes, dann kann man sich das vielleicht besser vorstellen, wie das dann genau gemeint ist. Okay, das heißt,  

du hast jetzt gerade gesagt, dass der Robinson ganz schön viele Puzzle hat. Ich glaube, wenn ich mich richtig erinnere, 1100 Geduldsspiele alle, die da jetzt über die Jahre angesammelt sind  

und du sagst ja, dass das in einem ganz großen Raum in Vitrinen so ausgestellt ist, kommt da eigentlich noch was dazu oder ist man jetzt so weit, dass quasi die Reihe der haptischen physischen Geduldsspiele sozusagen beendet ist? 

Ralph 

Also es gibt schon noch Stücke, die Robinson gerne hätte, aber er ist jetzt deutlich wählerischer geworden. Also alle möglichen Varianten von Rubik Würfeln hat er jetzt inzwischen.  

Es gibt aber so Einzelstücke, von denen er geschwärmt hat, als ich da war, die in Japan gefertigt werden. So Kästchen sind das also, die man nicht normal öffnen kann,  

sondern wo man so ein bisschen rumdrücken und -ziehen muss an den Seiten und unten und oben und überall, bis man die erst öffnen kann. 

Und die sind eben handgefertigt und schön lackiert dann auch und alles, die wünscht er sich schon noch für seine Sammlung, aber die sind dann auch entsprechend teuer und dafür  

muss er noch ein bisschen sparen, hat er gemeint. 

Lukas 

Das heißt, diese Geduldspiele gibt es auch auf der ganzen Welt. Da gibt es auch so eine Szene, die geht wahrscheinlich über das Puzzleum hinaus. 

Ralph 

Ja, die ist international unterwegs und Robinson fährt auch öfter in die Niederlande, zum Beispiel, um dort bei Sammlern dabeizusein und zu gucken, ob es nicht vielleicht noch  

das ein oder andere Stück für seine Sammlung gibt. 

Lukas 

Glaubst du, dass man dem Robinson überhaupt noch was vormachen kann? Bei Geduldspielen? 

Ralph 

Ja, das auf jeden Fall. Er hat auch zu mir gemeint, er hat noch einige Geduldspiele bei sich zu Hause rumliegen, die er noch nicht gelöst hat und die Geduldspiele,  

die auf den Tischen liegen, die man ausprobieren kann, die hat er natürlich alle schon gelöst, damit die Leute, wenn die jetzt da das verstellen, dass er das dann wieder  

in den Ursprungszustand zurückversetzen kann oder umgekehrt oder in den gelösten Zustand. 

Aber der hat da noch nicht ausgelernt. Jetzt hast du ja ein bisschen gehört, was es da so gibt und hast auch was über die Geschichte der Puzzles erfahren. Wäre das denn was für dich,  

so ein Besuch in dem Museum? 

Lukas 

Also ich müsste ganz ehrlich sagen, ich hasse Geduldspiele, weil ich einfach ein ungeduldiger Mensch bin. Und wahrscheinlich zeigen mir diese Spiele einfach, wie ungeduldig ich bin.  

Und dann das macht man dann glaube ich nicht, wenn man sich mit seiner eigenen Ungeduld konfrontiert sieht. Von daher weiß ich nicht, ob ich jetzt da hinfahren würde.  

Ich finde aber die Geschichte dahinter und die Art und Weise, wie facettenreich das ist, absolut faszinierend. 

Und was ich auch krass finde, ist, wie man aus scheinbar ganz einfachen Mechanismen Rätsel machen kann, an denen die Menschen Stunden oder Tage irgendwie sitzen.  

Man merkt einfach, wie einfache Dinge kompliziert sein können und wie kompliziert, aber auch einfache Dinge sein können. Und das finde ich irgendwie eine schöne Message von diesem Museum.  

Und wenn es da Leute gibt, die sich dafür interessieren und die sagen, sie knobeln gerne in ihrer Freizeit und sie haben dann Lust und Spaß dran, glaube ich, ist das eine tolle Geschichte. 

Robinson wirkt doch für mich wie jemand, dem es auch Spaß macht, die Begeisterung mit anderen Menschen zu teilen. 

Ralph 

Der wirkte auf mich auch wirklich wie ein sehr ruhiger und auch geduldiger Mensch. Zu dem glaube ich, passt das ganz gut. 

Lukas 

Ich dachte, so Zauberer sind die Rampensäue, die dann, keine Ahnung, viel reden und die Menschen ablenken, weil die Illusion funktioniert ja meistens dann, wenn die Menschen auf irgendwas anderes fokussiert sind.  

Und quasi das Wichtige nämlich da wo der Trick passiert, wo die Illusion passiert, dass sie da nicht dahinter kommen. Er ist eigentlich Meister der Ablenkung und Geduldsspiele sind ja eigentlich für Meister der Konzentration. 

Ralph 

Ja, meinst du nicht, man kann beides sein? 

Lukas 

Beides ist wahrscheinlich, dass man Geschicklichkeit braucht. Aber ich finde, dass die Zauberei eigentlich das Gegenteil von dem ist, was Geduldsspiel ist, wenn man das so sagen kann. 

Ralph 

Ich finde, dass Geduldspiele und Zauberei sehr, sehr gut zusammenpassen. Also wenn man sich jetzt diese Ringe da vorstellt, die die Zauberer dann zusammenfügen,  

die eigentlich in sich geschlossen sind, das sind ja auch eigentlich nur Rätsel. Zauberer, die machen oftmals das, was unmöglich erscheint, das machen die möglich. Und das ist bei den Puzzles ja irgendwie auch so,  

wie zum Beispiel bei diesem Kreuz, das ich vorher kurz erzählt habe, glaube ich doch, das geht doch gar nicht. 

Aber wenn du den Trick weißt, dann geht es. Und bei Zauberern ist das ja auch oft so, bei Zaubertricks. Wenn du den Trick weißt, du weißt, wo du hingucken musst oder was du machen musst,  

dann ist das meistens doch irgendwie recht einfach. 

Lukas 

Also ich sehe schon, du bist auf jeden Fall da eher der Typ für Geduldsspiel und Zauberei. Vielen Dank jedenfalls, dass du mich damit hin mitgenommen hast. 

Ralph 

Und ich hoffe auch, dass ihr, die ihr uns zuhört, vielleicht ein bisschen schlauer geworden seid oder auch neugierig auf das Puzzleum geworden seid. Wir verlinken auf jeden Fall die Seite vom Puzzleum.  

Wir freuen uns über Feedback und wenn es euch gefällt, was wir machen oder jemanden kennt, der damals auch den Rubik Würfel hatte, dann schickt ihm oder ihr doch einfach mal den Podcast zum Anhören. 

Lukas 

So Ralph. In der nächsten Folge bin ich ja wieder dran. Ich kann nicht sagen, wohin ich dich mitnehmen werde. Aber es geht nach Süddeutschland, nach Baden Württemberg und in ein Museum,  

wo das Objekt zum Ortsnamen auf eine absurde Weise so zueinander passt, dass ich mich totgelacht habe, als ich das das erste Mal gehört habe. 

Ralph 

Jetzt bin ich aber gespannt. 

Lukas 

Du hörst es beim nächsten Mal. 

Ralph 

Dann ist es so, dann entlässt du mich eben mit diesen nagenden Gedanken was es sein könnte. 

Lukas 

Ist ein Rätsel. Du musst herausfinden, worum es geht, aufgrund der Hinweise, die ich jetzt gegeben habe.  

Es liegt in Süddeutschland, und das Objekt des Museums und der Ortsname machen eine Kombination, die extrem witzig ist. 

Ralph 

Also gut, dann mache ich mich mal dran dieses Rätsel zu lösen. 

Lukas 

Bis dann. 

Ralph 

Bis dann. 

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